
Jörg Richter, Ronny Grießmann, Jörg Giebel (v.l.n.r.)
Am Sonnabend, dem 15. Januar 2011 startete pünktlich um 11 Uhr, im Clara-Zetkin-Park der zweite Leipziger Wintermarathon.
Dabei bilden drei Läuferinnen oder Läufer eine Mannschaft die gemeinsam die gesamte Marathonstrecke, also 42,195 Kilometer, bewältigen müssen. Entstanden ist diese Idee in Berlin. Dort fand der so genannte Teammarathon 31 Mal statt, bevor die Veranstaltung im letzten Jahr nach Leipzig geholt und in Wintermarathon umbenannt wurde.
Während die erste Auflage auch teilweise vom „Berliner Erbe“ und der Neugier profitieren konnte, musste die Veranstaltung nun beweisen, auch auf eigenen Beinen stehen zu können. Im Jahr 2010 war der Veranstalter - die Leipziger Laufgemeinschaft eXa - mit 42 Anmeldungen, von denen dann schließlich 38 starteten durchaus zufrieden, aber mit dem überwältigenden Zuspruch von 64 startenden Mannschaften und damit 192 Starterinnen und Startern konnte 2011 größte Zufriedenheit herrschen.

Stephan Holesch, Peter Seifert, Lars Rößler, Ronny Grießmann, Jörg
Giebel, Roberto Gessner, Kathrin Bogen, Gregor Bogen (v.l.n.r)
Im Vorfeld hatte die Steckenbeschaffenheit für Sorgenfalten beim Veranstalter und der Leipziger Läuferschar gesorgt. Trotz Temperaturen im deutlich positiven Bereich tat sich das Eis an einigen Stellen der Strecke sehr schwer mit dem Abtauen. Die angespannte Hochwassersituation setzte darüberhinaus Wege im Bereich der Nonne so unter Wasser, dass sie nicht zu belaufen waren. Da sich dadurch die Streckensituation nahezu stündlich änderte, wurde erst am Vortag um 14:00 Uhr die endgültige Laufrunde festgelegt. Dabei hatte die Sicherheit der Teilnehmer höchste Priorität bei der Streckenwahl.
Zum Glück war nur eine kleinere Änderung nötig und das Ordnungsamt der Stadt Leipzig genehmigte die geänderte Streckenführung - völlig unbürokratisch - umgehend.
Eine Neuerung gab es auch auf der Streckenverpflegung: neben den üblichen Getränken (Wasser, Tee, heißes Vitamin C und Iso von Xenofit, Red Bull, Red Bull Cola) und „Snacks“ (Haferschleim, Kekse, Banane, Apfel) gab es auch Pfefferkuchenbrot. Dieses Angebot wurde von den Läuferinnen und Läufern rege in Anspruch genommen.
Auch sportlich wurde einiges geboten.
Insbesondere bei einem Mannschaftsmarathon ist der Spruch „Jeder ist Sieger“ wesentlich mehr als nur eine Floskel. Jede Mannschaft verdient höchsten Respekt und höchste Anerkennung.
Schon kurz nach dem Start konnten sich zwei Mannschaften relativ deutlich vom Rest des Feldes absetzen. Dabei handelte es sich einerseits um eine Mannschaft aus Arnstadt und andererseits um ein Leipziger Team. Erstaunt war davon nicht wirklich jemand, waren es doch die heiß gehandelten Favoritenmannschaften. Doch schon auf der dritten Runde gelang es den Leipzigern Ronny Grießmann (TSG Markkleeberg), Jörg Giebel und Jörg Richter (beide LG eXa) mit ihrer Mannschaft „Ronnys Aufnahmeprüfung“, sich einen Vorsprung zu erarbeiten, den sie schließlich bis zum Schluss nicht aufgaben. Ihre Endzeit von 02:46:59h ist auf dem tiefen Boden wirklich beachtlich. Die (Lok) Arnstädter konnten allerdings ihren zweiten Platz sicher halten und blieben die einzige Mannschaft die - auf dem 8 Runden Kurs - nicht von den Siegern überrundet wurde. Mit ihrer Zeit von 02:54:11h konnten sie ganz souverän die erst in diesem Jahr eingeführte U90-Wertung (das Gesamtalter der Teilnehmer darf höchstens 90 Jahre sein) gewinnen.
Auf dem dritten Gesamtplatz lief dann nach 03:10:40h schon das erste Mixed-Team mit Kathrin und Gregor Bogen und Roberto Gessner (alle LFV Oberholz), ein, nachdem sie sich einen spannenden Kampf mit der erstplatzierten Ü150-Mannschaft (das Gesamtalter der 3 Starter muss mindestens 150 Jahre betragen) geliefert hatten.
Besonders hervorgehoben werden muss auch die Leistung von Anton Luder - einem sehbehinderten Läufer aus Nürnberg. Die Leipziger Wolf-Dieter Tomtschak und Peter Fröhlich stellten sich als Mannschaftskammeraden zur Verfügung, und führten ihn über die nicht einfach zu laufende Strecke.
Mit Heyka Krause (der Lebensgefährtin von Jörg Giebel aus der Siegermannschaft) und Fabian Lindner waren gleich zwei Marathonneulinge in einer Mannschaft und wurden bei Ihrem Debüt vom erfahrenen Benjamin Zollmann unterstützt, der ihnen auf der Strecke viele wertvolle Tipps und Hinweise für diesen und alle künftigen Marathons geben konnte. Mit 05:09:35 bleiben sie ganz deutlich unter der Zielschlusszeit von 5:30 und hätten auf der letzten Runde fast noch das erfahrene Team um Sigrid Eichner vom 100 Marathon Club (Aufnahmebedingung in diesen Klub ist der Nachweis von mindestens 100 erfolgreich absolvierten Marathons) eingeholt.
Bernd Sehmisch führte in gewohnt kompetenter und unterhaltsamer Art durch die Veranstaltung, die gegen 17:00 Uhr mit der Siegerehrung endete. Geehrt wurde jede Mannschaft die das Ziel erreichte und um die Energiespeicher schnell wieder auffüllen zu können, bekam jede Mannschaft vom Veranstalter eine Torte überreicht.
Weitere Infos des Veranstalters finden Sie unter
wintermarathon.de