Dr. Thomas Miksch weiter bester Master / Gaby Steigmeier schnellste Frau
Mit dem zweiten Etappensieg in Folge hat Tom Owens seine Führung bei den 1. SALOMON 4 TRAILS weiter ausgebaut. Der Schotte in Diensten des Team Salomon International bewältigte die heutigen 42,20 Kilometer und 2.663 Höhenmeter von Ehrwald nach Imst in 4:46:00.6 Stunden. Damit war der in Glasgow lebende Trailrunner mehr als 18 Minuten schneller als der an Platz zwei der Gesamtwertung liegende Deutsche Philipp Reiter (5:04:39.7). Als Dritter der Männerwertung reihte sich Ultralauf-Spezialist Matthias Dippacher (GER), der zeitgleich mit dem Sieger der Masterwertung Dr. Thomas Miksch die Ziellinie überquerte, hinter Owens und dem Youngster ein (5:07:47.2).
Die heutigen großen Abstände zwischen dem Topfavoriten von der Insel und seinen Verfolgern vom Festland entsprachen mehr den Erwartungen als das gestern doch überraschend knappe Resultat. Und das obwohl Tom Owens nach dem Rennen zugab, dass er heute bei weitem nicht in Bestform angetreten war. "Gestern habe ich zu wenig getrunken und war ein wenig dehydriert. Von daher konnte ich heute nicht alles geben; zumal ich auch Probleme mit meinen Füßen habe und daher nicht so schnell bergab laufen kann", so der 29-jährige Ökonom.
Allerdings gelang es dem Schotten, nachdem er den später auf Platz vier der Männerwertung klassierten Spanier Santiago Obaya Fernandes (5:33:58.6) nach gut einer Stunde im Anstieg zum ersten Gipfel, der Grünsteinscharte (2.272m), abgehängt hatte, im Verlauf der beiden insgesamt knapp 20 Kilometer langen Abstiegen mehr und mehr Vorsprung auf die Verfolger rauszulaufen.
"Ich habe gedacht, dass die anderen knapper dran sind", so Owens, der außerdem bestätigte, dass heute "ein wunderschöner Tag war. Diese Etappe hat alles gehabt und gezeigt, warum wir Trailrunning machen."
Ähnlich sah es auch der Zweitplatzierte des Tages, der allerdings aufgrund seiner heutigen Verfassung nicht unbedingt Zeit gehabt hatte, die Gegend so zu genießen wie Owens. "Bei mir ist es heute nicht ganz so gut gegangen wie gestern", erklärte Philipp Reiter. "Ich habe heute deutlich mehr und häufiger gehen müssen und habe dadurch vor allem bergab Zeit verloren."
Trotzdem zeigte sich das 19-jährige Nachwuchsass durchaus zufrieden mit dem Gesamtergebnis: "Tom (Owens) ist einfach viel stärker. Von daher bin ich froh, dass ich heute meine zweite Position noch einmal festigen konnte."
Miksch weiterhin souverän bei den Mastern
Seine Ausnahmestellung bei den Mastern untermauerte indes Dr. Thomas Miksch (GER). Allerdings hatte es - anders als gestern - während des Rennens nicht unbedingt danach ausgesehen.
Der Allgäuer hatte nach 29 Kilometern bei der Halminger Alm und damit kurz vor dem Ende des zweiten Tagesanstieges bereits sieben Minuten Rückstand auf den bis dato in Front liegenden Läufer der 40+Klasse Martin Echtler (GER) angesammelt.
Doch der traditionell mit Stöcken laufende Oberarzt bewies auf den letzten 14 Kilometern nicht nur Willensstärke und Kondition, sondern auch die nötige Trittfestigkeit und Technik im 1.400 Höhenmeter-Abstieg hinab ins Ziel.
"Es ist klar, dass ich bergauf einiges an Zeit verliere, weil ich doch sehr früh mit dem Gehen und Wandern anfange. Allerdings kann man so Kräfte sparen", so Miksch, der nachschob, "dass ich momentan einen guten Lauf habe und einfach das bringe, was ich kann."
Am Ende reichte es zum zweiten Tagessieg in der Masterklasse in Folge (5:07:47.2) und einem Vorsprung von zwei Minuten auf Echtler (5:09:46.9), der noch vor Anton Philipp (GER, 5:19:54.6) die Ziellinie überquerte.
Master Women-Siegerin schnellste Frau im Feld
Wie bereits gestern hat Gaby Steigmeier, die sich erst vor zwei Monaten einer Meniskusoperation im linken Knie unterzogen hatte, auch heute ihre Berglaufqualitäten unter Beweis gestellt. Allerdings ist die Wiederholung des Vortageserfolges der 1966 geborenen Schweizerin deutlich höher einzuschätzen, da das Wetter im Verlauf der zweiten Etappe spürbar angenehmer für die SALOMON 4 TRAILS-Teilnehmer war.
Nach 6:22:53.6 Stunden war die in Brülisau wohnende Läuferin, die am gestrigen späten Abend noch erklärt hatte, doch in der Master Women-Kategorie starten zu wollen und eben nicht, wie zunächst angekündigt, in der Damenkonkurrenz, im Ziel.
Bei den Über-40-jährigen Teilnehmerinnen dürfte Steigmeier der Sieg so gut wie sicher sein. Denn die zweit- und drittplatzierten Katharina Rossi (AUT, 7:14:40.2) und Gabi Eisele (GER, 7:29:40.8) kamen mit hohem Rückstand von mehr als 50 bzw. 60 Minuten ins Ziel.
Führungswechsel bei den Damen
Die durch den Rückzug Steigmeiers gestern zweitschnellste Frau Anna Frost hat heute dank ihres Etappensieges die Führung bei den Damen übernommen.
Die Neuseeländerin kam nach 6:23:47.7 Stunden im Gurgltal an und schob sich damit an ihrer Team Salomon-Kollegin Julia Böttger vorbei an die Spitze der Damenkonkurrenz.
Böttger, in 6:40:49.8 Stunden beste Deutsche, liegt zur Hälfte des Etappenrennens nunmehr knapp 15 Minuten hinter Frost. Dritte des Tages wurde Stefanie Felgenhauer (GER, 7:03:46.5), die damit erstmals den Sprung aufs Treppchen schaffte.
Winfried Huber weiter topp in der Klasse der ältesten Teilnehmer
Bei den Senior Mastern, den Über-50-jährigen Läufern, ist Winfried Huber weiterhin das Maß aller Dinge. Der Greilinger absolvierte die heutige Marathondistanz in 6:10:49.6 Stunden und war damit starker 16ter von rund 160 in der Gesamtwertung Klassierten.
Auf Platz zwei reihte sich der Schweizer Stefan Sigron ein (6:31:06.9). Robert Rossi aus Österreich, gestern noch Zweiter, rundete das Podium als Dritter ab (6:58:57.6).
Vorschau Etappe 3: Imst (AUT) - Landeck (AUT)
Dreiteilige Gipfeltour (31,10 km, 1.854 Hm)
Die dritte Etappe von Imst nach Landeck bietet neben unvergleichlichen Trails auf über 2.000 Metern Höhe nicht nur ein großartiges Alpenpanorama sondern auch die Überschreitung von drei Gipfeln.
Von Imst aus führt der Weg zunächst über Almen und durch Wälder, später über einen breiten Höhenrücken hinauf auf einen alpinen Grat, bei dem auf alpinen Steigen die drei Gipfel Kreuzjoch (2.464m), Wannejöchl (2.497m) und Glanderspitze (2.512m) überschritten werden.
Mit jedem Höhenmeter wächst das Panorama zu den Ötztaler Dreitausendern im Süden und den Lechtaler Alpen im Norden. Später begleiten spannende Tiefblicke ins rechtsgelegene Inntal und ins links gelegene Piller Tal die Läufer, bevor es über weichen Waldboden und mit mäßigem Gefälle auf dem längsten Abstieg der SALOMON 4 TRAILS zur Burg Landeck und später ins Ziel geht.
Das Strecken- und Höhenprofil gibt es hier:
4-trails.com/PDF/S4T_2011_Etappe_Imst_Landeck.pdf
Weitere Infos des Veranstalters finden Sie unter
planb-event.com